Gani-Dah: ein Dorf in Mali

Aw ni tile, n balimakε ni n balimamuso!

Guten Tag, mein Bruder, meine Schwester!
Sei willkommen in der neben der Verkehrssprache Französisch heute bedeutendsten Sprache des Landes, dem bamanan!
Die République du Mali mit der Hauptstadt Bamako liegt im Herzen Westafrikas. Sie gehört zu den ärmsten Ländern der Erde. Sauberes Wasser, eine ausreichende medizinische Versorgung und eine flächendeckende Bildung und Ausbildung − das sind die drei Säulen für den Fortschritt in der Entwicklung.

Karte Afrikas mit Lage von Mali Aktuelle Informationen über Mali:
→ http://www.auswaertiges-amt.de
→ http://www.mali-online.de (Konsulat in Düsseldorf)
→ http://www.afribone.com

Karte von Mali

Gani-Dah ist ein kleines Dorf im Osten Malis, nahezu unzugänglich. In der Regenzeit versinkt es in Sümpfen, in der Trockenzeit erschwert der tiefe Sand die Fahrt auf den schmalen Pisten. Mehrere Dörfer und Weiler bilden dieses Dorf, das zur Gemeinde Sokoura (ca. 35 km entfernt) im Bezirk Bankass (ca. 100 km entfernt) gehört. In einiger Entfernung fließen zwei Arme des Volta-Flusses, die immer weniger Wasser führen, bisweilen sogar trocken fallen... Am westlichen Horizont sieht man den Ausläufer der Falaise von Bandiagara.

MarktDie Menschen leben vom Anbau von Hirse, Erdnüssen, Mais, Sorgho und Fonio und von der Viehzucht. Nomadenstämme wie die Peul und die Bella wandern durch ihr Gebiet. Häufig schimmelt die Hirse in der heftigen Regenzeit oder sie verdorrt frühzeitig mangels Wasser, die Viehherden finden nicht genug Gras − Hungersnöte schwächen die Menschen, Lethargie breitet sich aus. Peul, Bambara, Dogon, Dafi und andere kleinere Stämme leben hier friedlich zusammen. Auf dem für die Region bedeutenden Markt von Gani-Dah hört man ein buntes Sprachengemisch: bamanan, dogon, mossi, tamashek, songhroy... Die Bevölkerung ist überwiegend muslimisch, doch spielen die Naturreligionen eine große Rolle in diesem Teil des Landes.

Mohamed Saliha Haidara Wieso Gani-Dah?
Im Jahre 1999 traf ich auf dem Wege nach Timbuktu Mohamed Saliha Haidara. Wir gerieten in eine schwierige Situation und haben uns solidarisch aus ihr befreien können − so etwas schweißt zusammen! Herr Haidara war damals der einzige Lehrer und damit auch Direktor der kleinen Schule von Gani-Dah. Er bat mich, ihn einmal zu besuchen, wir sollten gemeinsam etwas in seinem Dorf aufstellen können. Zwei Jahre später haben wir uns wiedergetroffen, nachdem wir regelmäßig in Briefkontakt geblieben waren. Es bedurfte reicher Erfindungsgabe, um ihn und sein Dorf ausfindig zu machen. In fünf Sprachen habe ich ihn von dem Radiosender der Bezirksstadt Bankass ausrufen lassen, und er ist gekommen!

Das Dorf So habe ich sein Dorf und seine Schule kennen gelernt:
ein Dorf in Lehmbauweise mit einer kleinen Moschee in der Mitte, zwei Brunnen in einiger Entfernung. Die Schule liegt ein wenig außerhalb, ein Gebäude mit drei Räumen für zur Zeit vier Klassen. In den Räumen befand sich zu dem Zeitpunkt nichts, keine Bänke oder Tische, keine Materialien, keine Bücher, keine Hefte, keine Stifte. Im zweiten Schuljahr saßen 108 Kinder auf dem Boden. Die Kinder aus 13 Dörfern und einigen Weilern besuchen diese Schule. Schule Manche von ihnen haben einen so weiten Weg, dass sie nur an Wochenenden nach Hause laufen können. Sieben von ihnen schliefen zeitweilig mit im Bett von Direktor Haidara. Den ganzen Tag über bekamen die Kinder nichts zu essen. Viele Eltern allerdings schickten ihre Kinder gar nicht erst zur Schule. Sie sollten auf den Feldern arbeiten, um für die Ernährung der Familie zu sorgen. Ich habe spontan beschlossen, zusammen mit Mohamed Saliha Haidara, dem Ältestenrat und den Frauen des Dorfes einen Plan zu entwickeln, diese Schule auszubauen und damit Dorf und Region zu entwickeln.

Heute, im Jahre 2015, erkennt man das Dorf kaum wieder: Zwölf Jahre gemeinschaftlicher Arbeit haben ein kleines Kultur- und Bildungszentrum entstehen lassen, das mit verbesserter Wasser- und Nahrungsversorgung, mit ausgebautem Gesundheitszentrum samt Brillenstation, mit Schulgärten, Solaranlagen und Maschinen für die Entwicklung der Frauenvereine ein Modell für die ganze Region geworden ist - es gibt Perspektiven für Gani-Dah!

Letzte Aktualisierung: 5. Juli 2015

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